Woche ab 8. Februar

Über das Verhältnis von Prophylaxe (griechisch: Vorbeugung) und Kurative (lateinisch: Behandlung)

Während dieser verkürzten Sitzungswoche wurde eines besonders deutlich: Die Abgeordneten leisten einen erheblichen Teil ihrer Arbeit im Sinne von „Reparaturmaßnahmen“, also Missverständnisse ausräumen, Fehlentscheidungen korrigieren, Vertrauen zurück gewinnen. An solchen Tagen ist die Stimmung eher durch Hektik und Aktionismus geprägt. Für die Prophylaxe bleibt nicht nur weniger Zeit, sondern auch weniger Geduld. Und Prophylaxe hieße: konzeptionelle Aufgaben anpacken, sich Visionen öffnen und Gespräche zu Strategien führen. Ich habe mich als Tierarzt und später auch als OB immer bemüht, da eine Balance hinzubekommen, um nicht von dem einen oder dem anderen überfordert zu werden. Ich will bei mir selbst dieses Problembewusstsein erhalten, denn es ist eine Voraussetzung für überdurchschnittliche Leistung, an der ich gemeinsam mit meinen Partnern arbeite.

Mit dem Bezug meines Arbeitszimmers und der Kombination von Geburtstag und Flurfest habe ich natürlich zu dem Aktionismus selbst auch beigetragen. Das wird aber nun voraussichtlich erst in einem Jahr wieder der Fall sein und dann ohne den Anlass des Ein- und Umzugs.

Immerhin war in dieser Woche Zeit zu erkennen, dass es uns in den vergangenen Jahren nicht gelungen ist, die progressiven Ideen, speziell auf dem Gebiet der Forschungspolitik, in der FDP selbst und im Bundestag verständlich zu machen. Wenn ich nach Berlin gegangen bin, um mich besonders bei den Themen Energie, Klima und demographische Entwicklung einzubringen, dann habe ich mit dieser Feststellung eine wichtige Erkenntnis gewonnen. Nun ist es aber eine günstige Konstellation, dass ich für die strategischen Überlegungen gerade in meinem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung hervorragende Mitstreiter finde.
geburtstag

Kommentar eintragen