Vor Beginn der neuen Sitzungsperiode gehen meine Gedanken zunächst zurück in das Jahr 2009. Vor zwei Jahren standen wir Liberalen mitten im Wahlkampf vor der Bundestagswahl im September und ich außerdem vor einer Bypass-Operation im Oktober. Vor diesem Hintergrund kann ich heute dankbar und demütig sagen: Es waren zwei gute Jahre. Aber nun ist Halbzeit und wenn ich den Pausenstand wie bei einem Fußballspiel formulieren darf: Wir liegen noch nicht in Führung. Es ist aber nach oben im positiven Sinne alles möglich. Diese Hoffnung sollte uns für die nächsten zwei Jahre beflügeln.
Mit der Fraktionsklausur in Bergisch Gladbach haben wir die gemeinsame parlamentarische Arbeit wieder aufgenommen. Die Fraktionsführung konnte hochkarätige Referenten für Arbeitsgruppen und Plenarveranstaltungen verpflichten. Die Präsenz und die Bereitschaft zur inhaltlichen Auseinandersetzung waren außerordentlich hoch. Dass wir dennoch eine schlechte Presse hatten und haben, hängt mit den leider nicht beendeten Querelen im Fraktions- und Parteivorstand zusammen. Insofern war dies leider kein gelungener Einstand in die zweite Halbzeit.
Am
vergangenen Sonntag (4. September) bin ich bei dem Tag der Ein- und Ausblicke des Deutschen Bundestages am
FDP-Stand auf der Fraktionsebene des Reichstags mit vielen Bürgerinnen und
Bürgern in Kontakt gekommen. Auch erfreulich viele Familien waren hier
unterwegs. Diese Stunden werde ich in guter Erinnerung behalten, denn ich hatte
mir einen guten Job ausgesucht: Bei mir konnte man das Glücksrads drehen und
einen kleinen Ball gewinnen - getreu unserem Motto ''Für Sie am
Ball''. Ich glaube, bei mir haben die meisten ihre Chance erfolgreich
genutzt und konnten mit einem Ball den Heimweg antreten. Allerdings ist mir
auch klar geworden, dass ich als Groupier in einer Spielbank wohl eher
ungeeignet wäre. Mir sind die fröhlichen Gesichter von Gewinnern eindeutig
lieber, die Einhaltung der Glücksspielregeln tritt dagegen etwas in den
Hintergrund.