Das wichtigste Thema dieser Woche war neben dem Bundeshaushalt für 2012 die
Schulden- und Euro-Krise. Die damit verbundenen komplizierten politischen
Fragen sowie die innerparteilichen Differenzen wurden in diversen Medien
ausführlich geschildert. Dennoch hat sich meine Hoffnung auf gute Ergebnisse
erfüllt. Die Mitbestimmung des Parlaments beim europäischen
Stabilitätsmechanismus ist festgeschrieben, dem Deutschen Bundestag wurde ein
Vetorecht eingeräumt. Das sind gute Grundlagen für die anstehenden
Diskussionen. Glücklicherweise unterstützt auch das Bundes-verfassungsgericht
die Bundesregierung in ihrem Kurs hinsichtlich der Probleme im Euro-Raum. Dies
erleichtert die anstehenden Entscheidungen wesentlich, die am 28. September
getroffen werden sollen. Wenn sich, wie geplant, auch die SPD und die Grünen
den Koalitionsfraktionen anschließen, erfüllt sich mein ganz persönlicher
Wunsch: Mir ist es wichtig, dass solche schicksalsträchtigen Entscheidungen von
einer großen Mehrheit getragen werden. Die Fülle der damit verbundenen
politischen und finanziellen Probleme ist leichter zu bewältigen, wenn, wie bei
der Energiewende, ein breiter gesellschaftlicher Konsens die Basis ist.
Der andere Schwerpunkt der sogenannten Haushaltswoche war natürlich die Auseinandersetzung mit den
Oppositionsfraktionen über die geplanten Ausgaben des Bundes im nächsten Jahr.
Die 60 Einzelpläne wiegen zusammen mehrere Kilogramm. Ich habe, soweit es ging,
wie im letzten Jahr auch diesmal an vielen Einzelplanberatungen teilgenommen,
um ein Gespür dafür zu bekommen, wo Differenzen bestehen und wo wir an
Glaubwürdigkeit verloren haben oder verlieren könnten. Im Vergleich zu 2010
habe ich in diesem Jahr weniger Sorgen, was die Beschlussfassung im November
angeht. Das wird uns gut tun.
Vorher haben wir eine weitere Herausforderung zu bestehen. Für die Wahl zum
Berliner Abgeordnetenhaus am kommenden Sonntag (18. September) liegt die FDP in
Umfragen derzeit bei etwa drei Prozent. Ich hätte mich gerne in dieser Woche
für einige Stunden am Berliner Straßenwahlkampf beteiligt. Das hat sich aber
aus organisatorischen Gründen leider nicht realisieren lassen.