Bundesparteitag Hannover 15. bis 18. Mai 2009
Erinnerung und Wirklichkeit
Auf dem Weg nach Hannover hat mich folgende Story - oder besser gesagt - ein alter Traum eingeholt. 1990 war ich zum Einigungsparteitag FDP-LDPD, ebenfalls in Hannover, damals mit der Absicht, den damaligen Bundeswirtschaftminister Haussmann zu treffen, um mit ihm über die komplizierte wirtschaftliche Situation bei Zeiss/ Jenoptik zu sprechen. Vor dem Hintergrund dieses erfolgreichen Gesprächs einerseits und einer natürlich unbeabsichtigten aber gleichermaßen beeindruckenden Fahrt im Lift gemeinsam mit dem damaligen Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher und seinem Personenschutz andererseits träumte ich folgendes: Ich fuhr in eben diesem Fahrstuhl bis in die oberste Etage und stellte, nun allein auf mich gestellt, fest, dass mich dort oben eine Baustelle erwartete. Der Fußboden bestand aus einem geradezu durchsichtigen nicht belastbaren Vlies. Es war mir klar, dass ich beim Betreten den Absturz wagen würde. Gleichermaßen war ich mir dessen bewusst, dass ich ihn betreten müsste und machte mich vorsichtshalber mit dem Abgrund vertraut: in unendlichen Tiefen spiegelte sich, wie wir dies von alten Burgen und Brunnen kennen, ein kleiner See. Ich beschloss dennoch los zu laufen und im Falle des Absturzes unten angekommen habe ich im Traum formuliert: da musst du eben unten eine Rolle vorwärts machen. Als ich aufwachte hatte ich nicht etwa Angstschweiß auf der Stirn verspürt, sondern habe nach meiner Erinnerung gelacht. Letztendlich war dies der Ursprung für mein Motto: no risk no fun.
Vom Parteitag selbst nehme ich den Eindruck mit, dass wir Thüringer einige wichtige Beiträge in das Wahlprogramm der Bundespartei einbringen konnten. Wir haben untereinander sehr interessante Gespräche geführt unter anderen über unsere berufliche und politische Entwicklung mit dem VLK Chef Dirk Bergner. Die Verabschiedung bei den vertrauten Gesichtern aus Bundesvorstand und Fraktion war voller Optimismus: Auf Wiedersehen im Bundestag!!
