Werdegang
Geboren am 08. Februar 1939 in Jena, katholisch, 3 Kinder und 6 EnkelkinderSeit 2009 Mitglied des Deutschen Bundestages
1990 bis 2006 Oberbürgermeister der Stadt Jena
Beruf Tierarzt
Promotion und Habilitation in Leipzig
Studium in Leipzig
Abitur in Jena
Seit 2009 Mitglied der FDP-Bundestagsfraktion
Seit 2007 Mitglied im Vorstand der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
1998 bis 2006 Mitglied im Europarat
1994 bis 1998 Landesvorsitzender der FDP Thüringen
1991 bis 2006 Mitglied im Präsidium des Deutschen Städtetages
Ab 1967 Mitglied der LDPD, seit 1990 Mitglied der FDP
Über seinen Lebensweg schreibt Dr. Peter Röhlinger:
"Ich gehöre zu der Generation, die noch durch Krieg und Nachkriegszeit geprägt ist. In meinem Elternhaus wurden Werte wie Sparsamkeit, Ehrlichkeit, Zusammenhalt in der Familie und Nächstenliebe vermittelt und gelebt. Meinem Elternhaus verdanke ich auch die Liebe zur Kreatur, zur Natur und zur Musik. Mein Berufswunsch, Tierarzt zu werden, wurzelt hier ebenso wie meine Lust am Wandern.
In der Schul- und Studienzeit erwachte meine Vorliebe für Sprachen - ich habe neben Russisch, Latein und Griechisch später auch noch Englisch und Französisch gelernt. Mathe und Physik gefielen mir zunächst weniger, dafür habe ich mit großer Freude Sport getrieben. Tischtennis habe ich bis zu meinem 50. Lebensjahr gepielt, Radfahren und Skilanglauf gehörte ebenfalls zu meinen Hobbies.Sehr viel Freude habe ich außerdem an der Musik. Als Jugendlicher habe ich Posaune gespielt, später stand der Besuch von Konzerten und Theater im Vordergrund.
Mein Interesse an Politik ist früh erwacht. Mein Elternhaus, unsere Wohnung, war bereits während des Krieges offen für Menschen in Not. Den Volksaufstand vom 17. Juni 1953 haben wir in der Familie sehr bewusst erlebt, ebenso die Aufstände in Ungarn und Polen. Der Mauerbau und die Abschottung der DDR ab 1961 haben uns tief deprimiert. Wir haben weiterhin versucht, uns zu informieren und die Kontakte sowohl nach dem "Westen" als auch zu Freunden in Polen, Georgien, Ungarn zu pflegen.
Meine berufliche Entwicklung begann nach dem Examen 1964. Zunächst arbeitete ich in einer staatlichen Tierarztpraxis an der Fachschule für Veterinärmedizin in Beichlingen / Kreis Sömmerda. Nach meiner Promotion wurde ich an dieser Fachschule Dozent und Wissenschaftler. Mit dem Ende der DDR 1989 / 90 ging auch meine 25jährige Tätigkeit in Beichlingen zu Ende. 1990 stellte ich mich ganz neuen Aufgaben und Herausforderungen und versuchte von da an, als Oberbürgermeister der Stadt Jena den politischen und wirtschaftlichen Umbruch in meiner Heimatstadt zu gestalten. Im Nachhinein kann ich sagen, dass mit der langen Zeit in Beichlingen Erfahrungen verbunden waren, die für mich als OB von Jena 1990 bis 2006 essentiell waren: Als Tierarzt hatte ich täglich mit Menschen aller sozialer Schichten zu tun und als Wissenschaftler habe ich die interdisziplinäre Zusammenarbeit schätzen gelernt. Das kam mir im neuen Amt zugute.
Jetzt freue ich mich sehr über meine Aufgaben als Mitglied des Deutschen Bundestages in der 17. Legislaturperiode und habe bis 2013 einiges vor. Das erste größere Projekt, für das ich mich engagiere, heißt Wissenschaftsfreiheitsgesetz. Damit wollen wir Rahmenbedingungen schaffen, die Wissenschaft und Forschung erleichtern, fördern und voranbringen, denn das sind die "Rohstoffe", die unserem Land in erster Linie zur Verfügung stehen."
Bürgerschaftliches Engagement
Neben meiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter engagiere ich mich weiterhin für Organisationen, deren Arbeit mir wichtig ist:Als Mitglied im Vorstand der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit unterstütze ich die Arbeit der Stiftung im Bereich der politischen Bildung in Deutschland wie im Ausland sowie im Bereich der Begabtenförderung.
Die Marion Ermer Stiftung fördert seit 1992 Kunst und Kultur und insbesondere Nachwuchskünstler in den neuen Bundesländern, vor allem in Sachsen und Thüringen. Junge Künstler können sich um Preise und Stipendien bewerben. Als Mitglied des Kuratoriums trage ich dazu bei, die kulturelle Entwicklung zu unterstützen.
Die Kinderhilfestiftung e.V. Jena wurde 1990 als Initiative von Bürgern und Wirtschaft gegründet. Nach der Wiedervereinigung hatten sich vielerlei medizinische und technische Probleme bei der Versorgung von krebskranken Kindern in der Universitäts-Kinderklinik Jena und darüber hinaus gezeigt. Diese private Initiative hat bewirkt, dass die räumliche und apparative Ausstattung der Jenaer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin viel schneller auf internationales Niveau gebracht werden konnte, als es ohne Ihre Hilfe möglich gewesen wäre. 2007 wurde die Zielsetzung erweitert, seitdem können alle chronisch kranken Kinder unterstützt werden. Der Verein war und ist überaus erfolgreich und hat im September 2010 sein 20jähriges Bestehen mit einem großen Fest gefeiert. Als Gründungsmitglied und Vorsitzender des Kuratoriums unterstütze ich diese vorbildliche Arbeit von Anfang an.
Als Vertreter der Friedrich-Naumann-Stiftung bin ich auch Mitglied im Verwaltungsrat der Wilhelm-Külz-Stiftung, der liberalen Landesstiftung in Sachsen. Sie fördert seit 1991 die Sache der Liberalen mit Veranstaltungen und Maßnahmen im Bereich der politischen Erwachsenenbildung.
Im Stifterverband für die deutsche Wissenschaft engagieren sich etwa 3.000 Unternehmen, Unternehmensverbände, Stiftungen und Privatpersonen für Wissenschaft, Forschung und Bildung in Deutschland. Jedes Jahr kürt der Stifterverband eine "Stadt der Wissenschaft" - Jena war Stadt der Wissenschaft 2008. Seit 2009 bin ich Mitglied der Jury, die entscheidet, welche Stadt sich als nächste mit diesem Titel schmücken darf.
Als Mitglied des Bundestages bin ich seit 2009 außerdem stellvertretendes Mitglied im Kuratorium der Bundeszentrale für politische Bildung, einer nachgeordneten Behörde des Bundesinnenministeriums. Im Zentrum der Arbeit dieser Institution steht die Förderung des Bewusstseins für Demokratie und politische Partizipation und die politische Bildung mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Publikationen zu aktuellen und zeitgeschichtlichen Themen.
Daneben bin ich Mitglied in einer Reihe von Organisationen, deren Arbeit mir wichtig ist und deren Ziele ich unterstütze, wie z.B. die Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die Hilfe für die Kinder von Tschernobyl in Jena e.V., der FC Carl Zeiss Jena, der Förderverein des Universitätsklinikums Jena e.V. und die Gesellschaft der Freunde und Förderer der FSU Jena e.V.






