Archiv: September 2009

Wahlsonntag, 27. September

Sonntag, 27. September
Wahlparty 18.15 Uhr im „Schnitzelheinz“ Erfurt. Euphorische Stimmung bei den ersten Hochrechnungen, weil sich die Zahlen jenseits von 9,5% bewegten und ich davon ausgegangen war bei 8,5 das zweite FDP Mandat für Thüringen errungen zu haben. Die Stimmung hat sich gehalten und ich habe bereits in Interviews meiner Freude über das gewonnene Mandat Ausdruck gegeben. Gegen 22 Uhr sind wir dann vorsichtiger geworden, weil die Wahlbeteilung in Thüringen unter dem Bundesdurchschnitt lag und der Zugewinn der FDP in Thüringen von rund 2 % im Verhältnis zu anderen Bundesländern ebenfalls niedriger ausgefallen ist. Mit dieser Ungewissheit bin ich gegen 24 Uhr nach Hause gefahren. Unser Landesvorsitzender Uwe Barth hat zu Hause die Nacht zwischen Faxgerät und Internet verbracht um Klarheit zu bekommen. Durch Kontakt mit dem Wahlleiter bekam er gegen 4 Uhr die Mitteilung, dass auch ich in den Deutschen Bundestag gewählt worden bin: „Peter, du bist drin“, teilte er mir in den Morgenstunden des Montag mit.

Unter dem freudigen Eindruck dieses Ergebnisses, haben wir uns für eine gemeinsame Fahrt nach Berlin verabredet. Uwe hatte noch einiges aus seinem Büro auszuräumen und ich habe bereits an der Fraktionssitzung der wieder- und neu gewählten Fraktionsmitglieder teilgenommen. Die Stimmung war sehr gut und für mich war es eine deckwürdige Situation. Ich habe Mitstreiter aus der Wendezeit wieder getroffen und freue mich nun auf die gemeinsame Zusammenarbeit als MdB in Berlin. Etwas Ernüchterung trat ein, weil viele organisatorische Fragen - Fortsetzung der Mietverträge, Personalfragen, Arbeitsräume – zu lösen waren. Wir haben Arbeitsfähigkeit hergestellt. Die Sachsen haben Patenschaften für uns übernommen.

Am Abend in Jena angekommen haben wurden wir von Vorstand und Fraktion mit großer Freude begrüßt und ich konnte zahlreiche Glückwünsche entgegennehmen.

Freitag, 25. September 2009

Der für die Öffentlichkeit wichtigste Teil fand per Telefon statt: Die Lokalzeitung hat die Kandidaten von fünf Parteien befragt.
Darüber hinaus kann ich am Vorabend der Wahl folgendes ergänzen:
Es gab im Jahre 2000 das Projekt Röhli 2000 und ich wurde zum Oberbürgermeister von Jena wieder gewählt. Das Projekt Röhli 2009 war von Beginn an einerseits nicht ohne Risiko andererseits auch für mich eine große Herausforderung. Unabhängig vom Ergebnis möchte ich heute sagen: Im Superwahljahr für den Stadtrat und den Bundestag zu kandidieren war eine richtige Entscheidung. Ich möchte mir nicht vorstellen, wie groß der Ärger im umgekehrten Fall wäre, also die politische Entwicklung ohne persönlich Eingreifen zu können.
Ich habe während dieser Phase sehr wichtige Gespräch - quer durch die Bürgerschaft – geführt, viel Freunde wieder getroffen und neue –insbesondere Freundinnen – gewonnen. Bei meinen Themenschwerpunkten hat sich die komplexe Sicht auf das Zukunftsthema als besonders wichtig und als Alleinstellungsmerkmal herausgestellt. Endlich nicht nur in den Rastern von Wahlperioden denken, sonder auf eine nachhaltige Strategie hinwirken, unter Berücksichtigung der Klimaveränderungen, Energiepolitik, der demographischen Entwicklung und Veränderung der soziologischen Strukturen. Am Ende stellt sich tatsächlich die Frage nach meinen speziellen Aufgaben für den Fall, dass…
Wenn ich die lokalen Interessen meiner Wähler in den Mittelpunkt stellen soll, dann bin ich im Ausschuss für Wissenschaft, in Verbindung mit den Zukunftsthema besonders gut aufgehoben. In diesem Zusammenhang würde dann meine soziale Kompetenz als langjähriger Oberbürgermeister Früchte tragen.
Ich nehme aus den zahlreichen Gesprächen und Begegnungen das Gefühl mit, dass viele sagen werden: ja, dieser Röhlinger gehört nach Berlin.

Insoweit gehe ich heute noch einmal mit Dankbarkeit für die Unterstützung zum Info-Stand nach Gera und zu einer Veranstaltung der Ökumene zu 20 Jahre Mauerfalle im Zentrum der katholischen Kirche in Gera-Lusan.
Die vergangenen Monate haben uns auch als Mannschaft in Jena, Gera und Saale-Holzland zusammengeschweißt. Wir hatten bereits Erfolge bei den Kommunal-und Landtagswahlen. Ich bin dankbar für diese wichtige und gute Erfahrung im Kreise der Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Wir sind als Mannschaft gestartet und hoffen auch als Mannschaft in Zukunft erfolgreich zu sein.

24. September Gera

In Gera fand im Gemeindehaus der katholischen Kirche eine Veranstaltung mit einem ehemaligen KZ-Häftling von Dachau statt. Da er auch über die Situation als Priester später in der DDR berichten konnte, hat er mit seinen Ausführungen uns sehr berührt und uns für unsere Aufgaben gestärkt. Ich sehe auch an diesem Beispiel: in Gera sind vielmehr gute Aktivitäten auf den Weg, als wir in Jena zu wissen glauben.

Donnerstag, 24. September Jena

imgp0139Der gestrige Tag begann mit einem sehr schönen persönlichen Erlebnis: Das Bild „Der Sohn“ habe ich von Inge Rössler, einer Schulfreundin, im Jahr 1996 erworben und übergebe es als Dauerleihgabe unserer katholischen Kirchegemeinde St. Johannes Batist. Es verbirgt sich dahinter auch eine kleine Deutsch-Deutsche Geschichte: Inge verlies Jena 1956 mit ihren Eltern. In ihren Briefe vor der Wiedervereinigung lagen persönliche Zeichnungen und Skizzen bei. Sie waren mir eine echte Bereicherungen in dieser wichtigen Zeit. 1996 fand eine Ausstellung von - nun Inge Kaufmann - im Jenaer Stadtmuseum „Göhre“ statt. Für uns beide war das die Erfüllung eines nicht geäußerten Wunsches über Jahrzehnte hinweg.

Mittwoch, 23. September Großbockedra

In Großbockedra hat sich der Bund der Vertriebenen Stadtroda/ Hermsdorf gemeinsam mit Vertretern der FDP zu einer sehr interessanten Gesprächsrunde getroffen, bei der ich mich vorstellen konnte. Anschließend habe ich in Stadtroda meine persönlichen Kandidatenflyer verteilt und bekam den Eindruck: dass das eine wichtige und gute Aufgabe ist.

Dienstag, 22. September 2009 Straßenwahlkampf in Kahla, Orlamünde, Rothenstein

Besonders in Orlamünde und Kahla geht das nicht ohne Emotionen ab: zum einen habe ich dort Freunde und Bekannte - auch ehemalige Mitarbeiter der Stadtverwaltung - angetroffen. Zum anderen spielt der Name Röhlinger dort eine besondere Rolle, weil mein Bruder in dieser Region ein hohes Ansehen als Kinderarzt genossen hat.

Montag, 21. September Fraktionssitzung

Am Abend Sitzung der Stadtratsfraktion zur Vorbereitung der Stadtratssitzung am Mittwoch der kommenden Woche. Es wurden die Aufgaben entsprechend der unterschiedlichen Zuständigkeiten verteilt. Ich habe einen außerordentlichen guten Eindruck, was das Engagement der neu gewählten Fraktion angeht. Im Rahmen der Fraktionsberatung werden natürlich auch Gedanken zur gegenwärtigen Koalitionsbildung ausgetauscht. Ich unterstütze Positionen in der CDU, die auf eine Koalition mit den Grünen verzichten und eine Duldung durch die FDP Fraktion im Auge haben. Bezüglich der Wahrnehmung von Verantwortung in Ausschüssen und anderen Gremien habe ich mich bereiterklärt, für die Regionale Planungsgemeinschaft Ostthüringen zu kandidieren. In der Planungsversammlung habe ich mehr als 10 Jahre Erfahrungen als Vizepräsident des Planungsausschusses gesammelt. Zugleich würde das bedeuten, dass ich der engen Zusammenarbeit mit den Verwaltungen der drei Gebieteskörperschaften meines Wahlkreises in einer besonders wichtigen Phase bedarf. Denn es gibt Bestrebungen von SPD und „Linken“ zulasten der Kreisfreiheit von Jena und Gera eine Gebietsreform auf den Weg zu bringen.

21. September Jena

Erstmalig wird für die MdB Kandidaten Anja Kolbe, Patrick Kurth und Peter Röhlinger ein Video gedreht. Mir ist noch nicht bekannt, wann es der Öffentlichkeit übergeben wird. Am Nachmittag im Steigenberg Hotel Esplanade gratuliere ich Hartmut Bayer zum 65. Geburtstag. Wie bei Klaus Berka wird auch bei Hartmut Bayer, dem Chef den STRABAG/ Züblin Niederlassung Jena ein Video mit Beiträgen aus 16 Jahren Leitungstätigkeit eingespielt. Eine sehr emotionsgeladen Stimmung, hervorgebracht von vielen Mitstreitern aus diesen Jahren. Auch Sympathisanten aus anderen Bundesländern sind dabei, die sich positiv überrascht zeigen über meine Kandidatur. Eben eine Veranstaltung vorwiegend von Arbeitgebern. Da lohnte sich eine Probeabstimmung!

Sonntag, 20. September Eröffnung der Seniorentage

Dem Bundespartei am 20. September bin nach Rücksprache mit unserem Landesvorsitzenden Uwe fern geblieben, stattdessen habe ich an der Eröffnung der Jenaer Seniorentage teilgenommen, die wieder mit einem vorzüglichen Konzert begannen. Es war eine richtige Entscheidung. An solch einen Tag gehört man zu seinen Wählern.

19. September Tag der Heimat

Zunächst ist Mitgliederversammlung des FCC. Da gibt es zahlreiche Kontakte, auch zu Sponsoren und natürlich trifft man zahlreiche Sympathisanten. Anschließend nehme im LISA am „Tag der Heimat“ des Bundes des Vertrieben teil. Es ist deren Jahreshauptversammlung mit Kaffee, Kuchen und Kulturprogramm. Das wird wohl das letzte Mal gewesen sein, dass ich im Rahmen des Wahlkampfes bei einer Damenwahl zum Tanzen aufgefordert werde. Ein Ausdruck für die ungezwungene und aufgeschlossene Atmosphäre.dscf1042kl1